Tai Chi-Spaziergang

Zum Tai Chi-Spaziergang "Harmonie" am 11. Juni 2017

Beitrag von W. Jungheim, Windhagen

Früh morgens an einem Sonntag aufstehen? Da braucht man schon eine besondere Moti.
Reinhard Koine hatte zu einem Tai Chi - Spaziergang im Siebengebirge eingeladen. Anhand der "Fünf-Elemente-Übung" durften wir Bewegungsübungen mit detailliertem Hintergrund zur richtigen natürlichen Ausführung und anregend verinnerlichenden Anleitungen zu verschiedenen körper-, natur- und jahreszeitenverbindenden fließenden Bewegungsabfolgen erwarten.

Auf dem Parkplatz empfing Reinhard die Gruppe mit einem netten Gleichnis zur positiven Energie und sogleich erstrahlte die Sonne aus den weggedunsteten Wolken hervor. Hier, am tiefsten Punkt und Startplatz unseres Spazierganges empfanden wir der energetisierende Wirkung des lebensspendenden Wassers nach und schöpften mit dem dazugehörigen Bewegungsablauf aus der Harmonie Energie für unser gesundes Vorhaben.
Auf der ersten kurzen Etappe waren wir angehalten, uns ohne Unterhaltungen auf die Geräusche zu konzentrieren. Ich vernahm neben den vorbeirauschenden und -brummenden Fahrzeugen auf der Straße, von der wir uns entfernten, immer mehr das Rauschen der Natur, geschäftig übermalt durch Vogelgezwitscher - ich konnte mit etwas Konzentration elf verschiedene beschwingte Geräuscherzeuger ausmachen, mal abgesehen vom zweimaligen Flugzeugrauschen. Die Schuhe der Teilnehmer unserer kleinen Gruppe machten unterschiedliche Geräusche je Geh-, Schuh- und Wegart.
Schon waren wir am ersten Stopp angekommen und lauschten Reinhards Erläuterungen zum Bewegungsbild Holz, das auch als die in uns erweckbare Energie erspürbar ist und sich in der entsprechenden Übungsbewegung dem ersten Bild vom Parkplatz anschloss. Es ist die Energie, die uns unsere kleinen und großen Alltagsaufgaben und -projekte angehen lässt, die wir in der Übung erspürten. Beim zweiten kurzen Spaziergang konzentrierte sich jeder für sich auf die optischen Eindrücke, die es im Wald, am Wegesrand und sonst überall reichlich gab. Der Kontrast der Blumen zum grün-braun des Waldes oder den dunklen Tönen des Weges waren besonders augenfällig, aber auch verschiedenste Baumwuchse und Steine luden zur Betrachtung ein.
Der nächste Halt erfolgte an einer Wegkreuzung an der wir anhand des Gedankenbildes Feuer der Energie-Anwendung gedachten und uns mit einer ausladenden Bewegungsform der Fähigkeit zur Umsetzung unserer Ideen mittels unserer Kräfte bewusst machten. Wir empfanden unser Herz als dazugehöriges Organ und genossen die positive Ausstrahlung, die sich speziell bei dieser Übung bemerkbar machte. Auf dem nächsten Streckenabschnitt versuchten wir diese Energie in uns zu spüren; ich stellte mir vor, was ich zusammen mit anderen erreicht habe oder selbst für mich erreichen konnte und welche Kraft sich in mir mobilisieren lässt. Dabei strömten die anderen, zuvor geübten Sinneseindrücke, weiter auf mich ein und eine Präsenz im Moment umfasste mein Bewusstsein.
Tai Chi SpaziergangEine weitere schöne Station am Wegesrand führte in gras- und moosbedecktes Hochholz. Reinhard erläuterte uns dort in einer ansprechenden verbalen Beschreibung die nächste Bewegungsform zum Element Erde, welches wir auch kurz wiederholt ausübten. Spazierend erreichten wir eine Lichtung und an einem kleinen See durchspielten wir die nächste Übung zum Element Metall und nahmen die zuvor erarbeitete Energie auf und leiteten überschüssiges ins Wasser ab - schlossen so den durchlebten Kreislauf.
Die nächste Spazieretappe lenkte unsere Achtsamkeit auf die Düfte und Gerüche. Hier versuchte ich einzelne Blumen zu riechen, was Ingrid, meiner Frau ohne weiteres zum Beispiel mit einem süßlichen jasminähnlichem Geruch gelang; aber ich vernahm mehr den Waldboden und den angenehmen summierten Geruch des Waldes zum Anfang des Sommers, und auch den langsam verblassenden Geruch meines hilfreichen Mückenabwehrsprays. Die erdende Energie machte sich auch in Form des leichten Anstiegs bemerkbar, ohne zu anstrengend zu werden.
Schweigend und in uns gekehrt kamen wir schließlich auf einem der vielen Berghöhen des Siebengebirges an. Dort begrüßte uns neben mächtigen Basaltsäulen auch der Fernblick ins Rheintal. Sozusagen gipfelte auch unser Üben auf dem Hochplateau in ein Zusammenspiel aller Bewegungen in einem Fluss. Dies wurde wiederum durch Reinhards Gedanken und Anleitungen eingeleitet, der uns darauf hinwies, dass diese Übungen und die Spaziergangsüberlegungen und -anleitungen mit anderen Lebensmomenten verknüpfbar sind und uns weiter begleiten.
Nach einem Resümee und Schlusswort machten wir uns nun munter unterhaltend und austauschend auf den Rückweg. An dem kleinen See hielten wir nochmal an und wiederholten eine schöne Weile lang den gesamten Bewegungsfluss, nahmen dabei Kraft sinnbildlich aus den Tiefen des Wassers auf und gaben die überschüssige Energie wieder darin ab.

SpaziergangDurchweg erhielt Reinhard Dank und Lob für diesen besonderen Spaziergang, bei dem wir zum Schluss auch seine liebe Gemahlin trafen. Wieder am Parkplatz ging jeder seiner Wege, allerdings um schöne Eindrücke und energetisierende Übungsmöglichkeiten und Meditationsanregungen bereichert.


Wir werden gerne weitere Kurse von Reinhard in der Natur oder anderen Plätzen besuchen und mit mehr Übung sollten bestimmt noch mehr Sinneseindrücke aufnehmbar werden, bei mehr verinnerlichenden Meditation vielleicht sogar der eigene Herzschlag spürbar sein. Auf jeden Fall hier nochmal einen ganz herzlichen Dank an Reinhard Koine für die perfekte Ausarbeitung und Ausführung sowie die neuen Eindrücke.

 

Verfasst von Reinhard Koine am . Veröffentlicht in Blog

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